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Neuer Wein in neue Schläuche!

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Manche Change Manager sind der Neophilie verfallen. Krampfhaft und fast schon krankhaft das Neue suchen. Gut ist jedenfalls das Neue, das Alte jedenfalls suspekt, weil es ein Ablaufdatum hat.

Schon das Herstellen des Neuen ist Zweck genug, unabhängig vom Nutzen. Ja, schon die Erwartung des Neuen entwertet das Bestehende. Das Neue, der Change wartet schon grinsend mit der Sense und will das Alte niedermähen. Das Alte, Bewährte ist zum Unwert, ja zum Unwort geworden.

Wenn jemand vom alten Wein in neuen Schläuchen redet, dann meint er, dass sich gar nichts geändert hat. 

Im Original heißt es aber: „Auch füllt niemand neuen Wein, der noch gärt, in alte Schläuche. Sonst sprengt der neue Wein die alten Schläuche; der Wein fließt aus und auch die Schläuche sind hin. Nein, neuer Wein gehört in neue Schläuche! Aber niemand, der alten Wein getrunken hat, wird danach neuen haben wollen, er wird sagen: „der alte ist besser“ (Lukas 5:37-39).

Für den Changemanager, die als Treiber und Getriebener immer am Puls der Veränderung steht, bedeutet das:

Der Wandel braucht auch stabile Bereiche. Die Stabilität kann nur erzeugt werden durch dafür vorgesehen Räume, Personen, Prozesse, und gut kommunizierte Strategien. Je nach Unternehmens-Kultur können jeweils andere Elemente diese Stabilität, den alten Wein, repräsentieren. Solche Elemente sind immer schon vorhanden. Sie müssen als stabile Elemente in den Veränderungsprozessen gezielt eingebaut werden, um Sicherheit des Wandels zu vermitteln. Wichtig ist das Sichtbarmachen der stabilen Zonen innerhalb der Turbulenzen.  

Das Neue selbst braucht auch einen Platz, um als Experiment mit begrenztem Risiko, als Prototyp der Zukunft zu entstehen. Es braucht neue Schläuche, also Platz um zu wachsen. Es darf noch nicht, es muss noch nicht, es wird vielleicht nie fertig. Es gärt und braucht Probebühnen, Platz um zu blühen.

Changemanagement ist dieses Wechselspiel: Stabilität und Veränderung als produktive Gegenspieler. Das Alte als Träger des Neuen. Schöpferisch zerstören und gleichzeitig aus dem Bestehenden wachsen. Technik, Prozesse, Organisation, Menschen entwickeln in gesicherten Freiräumen.
Und den alten Wein genießen.



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