4 x Digitale Leadership

Bei erfolgreichen Transformationen zeigen sich vier verschiedene Führungstypen. Diese brauchen selbst aber wieder ihr geeignetes Umfeld. Sonst verpufft die Energie und die spezielle Expertise. Sie haben verschiedene Schwerpunkte im digitalen Gestaltungsprozess. Sie sind unterschiedlich wirksam und brauchen ein massgeschneiderte Unterstützung. Das kann beim Aufbau von Awareness sein, Ausbilden des Management Teams, Suchen von konkreten Lösungen bis zu einem ganzheitlichen Plan, der die Organisation, Prozess und Mitarbeiter beinhaltet. 3 Felder müssen zusammen kommen:

Der Networker

Sie unterstützen primär die Innovation anderer. Sie schaffen ein Arbeitsumfeld für Mitarbeiter und Partner. Sie fördern und lassen Kreativität bewußt zu. Sie haben ein gutes Netzwerk innerhalb und insbesondere auch ausserhalb des Unternehmens. Um wirksam zu sein, sind sie nicht unbedingt an den eigenen Hierarchielevel gebunden. Als authentische und wirksame Führungskräfte nehmen sie Einfluß. Es sind keine Spezialisten, sie räumen Barrieren weg und helfen Digitalisierungs-Initiativen zum Erfolg.

Der strategische Insider

Er besitzt ebenfalls überzeugende  zwischenmenschliche Fähigkeiten, sowie ein großes und vielfältiges Netzwerk. Diese CDOs haben jedoch auch ein hohes strategisches Verständnis und IT Wissen. Sehr oft sind sie schon lange im Unternehmen. Sie sind im Unternehmen anerkannt. Sie kümmern sich um Funktionen und Anwendungen  im bestehenden Geschäftskontext. Sie reduzieren Vorbehalte von Mitarbeitern und Führungskräften, die aus Mangel an Wissen entstehen. Sie sorgen für die Annahme und Verbreitung der Technologien im gesamten Unternehmen.

Der Evangelist

Evangelisten treiben die Digitalisierung durch ihr direktes persönliches Engagement in eigenen  Innovations-Initiativen voran. Diese Art von CDO trägt zu digitalen Transformation bei als Türöffner zu neuen Zugängen. Sie pushen neue Ideen von außen, fordern neue Perspektiven ein. Sie sind aktiv am Mindset des Unternehmens und arbeiten sehr kulturbewußt. Ihr Anliegen ist eine Überarbeitung der Unternehmensvision und Geschäftmodells. Es sind oft Nerds, die aus anderen Branchen kommen.

Dem Innovationsevangelisten fehlt der starke Technologie Hintergrund,  er kennt sich mehr in Marketing und Vertrieb aus. Er ist stark mit internen Unterstützern und Ideengeber außerhalb des Unternehmens vernetzt. Dadurch hat er Zugang zu Ideen, Erfahrungen und Lösungen Dritter, die er neu kombiniert.

Der einsame Wolf

Das sind Nerds, die mit Bits und Bytes aufgezogen wurden.
Als Führungskräfte mit sehr hoher digitaler Kompetenz sind sie direkt in digitale  Innovationen involviert. Das Netzwerk im Unternehmen ist meist nicht stark ausgeprägt („einsamer Wolf…“).

Sie machen sich durch Lautstärke und Verbissenheit um die digitale Transformation verdient. Diese CDOs treten als ein Verfechter von digitaler konkreter Innovation auf und er ist der kreative Motor des Unternehmens. Sie tragen zu konkreten und wertvolle Lösungen bei. Sie tun sich gleichzeitig schwer Andere zur Erreichung ihrer Ziele zu überzeugen

Wo kommen sie zur Wirkung?

Die Kategorien haben unterschiedlichen Einfluß und Kontrollspannen im Unternehmen. Ebenso ist die Geschwindigkeit unterschiedlich. Je nach digitaler Reife der Branche und der Wettbewerbssituation können sie unterschiedlich erfolgreich sein.

Für die Networker ist ein hoher Druck durch externe Wettbewerber ungünstiger. Sie sind eher in einem Szenario der lernenden Organisation zu Hause. Und haben oft eine geringe strategische Entscheidungskompetenz. Die strategischen Insider-Experten haben  weniger Einfluss auf die strategischen Kernentscheidungen des Unternehmens. Unter Wettbewerbsdruck ergreifen sie mehr die Initiative und leiten ihre eigenen Innovationsprojekte.

Damit die Evangelist und der einsame Wolf wirksam sind, müssen sie Entscheidungsbefugnisse haben und an der Strategieformulierung teilnehmen können. Durch den persönlichen Einsatz beeinflußen sie das dann das Innovationstempo stark. Letztlich kommt es auf den tatsächlichen  Einfluss im Unternehmen an. Sie sehen meist weiter in die Zukunft und können für neue Denkmuster sorgen. Der einsame Wolf läuft zur  Hochform auf, wenn der externe Druck so groß geworden ist, dass offensichtlich Aktionen gefragt sind. Er ist dann der innovative Krisenmanager, der aus der Not  den nötigen kulturellen Change überspringt. Mit Macht und Mittel ausgestattet kann er dann sehr effektiv sein.

Der gängige Narrativ beschreibt die neuen digitalen Führungskräfte oft als  Superhelden, die nach dem Prinzip „Speed kills“ und „Hauptsache agil“ agieren. In der Realität entwickeln sich unterschiedliche Digitale Persönlichkeiten heraus, die ihr Umfeld brauchen, um wirken zu können. Es zeigt aber auch, das es Situationen gibt, wo viel Anstrengung noch  nicht zur Transformation führt. Dann ist externe Hilfe angesagt, die die strategische Lage, die Kultur und das Führungsverständnis als Basis nimmt. Es braucht dann einen ganzheitlichen Transformationsansatz. Am besten den Digitale Excellence Navigator® und ein wenig Organisationsentwicklung.

Quellen: MIT Sloane Management Review und eigene Beobachtungen.

Agil, Digital und Resilient

Aus einem Interview im Confare-Blog:

Was ist überhaupt „Organisationsentwicklung“?
Organisationsentwickler arbeiten gleichzeitig an der Organisation, an Prozessen, bei Rollen und Fähigkeiten. Wir setzen eher kleine, aber hochwirksame Schritte den Feldern, die alte Muster und Gewohnheiten verändern können. Danach verdauen und verankern, dann der nächste Schritt. Um da dran zu bleiben braucht es die Organisationsentwicklung. Setzt man Schritte nur auf einem Feld, dann wird es nicht nachhaltig wirken. Dann geht man frustriert zum nächsten Feld und es klappt wieder nicht.

Was sind die wichtigsten Handlungsfelder für die Organisationsentwicklung im Digitalen Zeitalter?
Das ein gute Frage an eine recht alte Zunft. Sie hat sich lange als Kunst begriffen hat, ist aber jetzt selbst im Wandel. Auch wir überlegen laufend Methoden, wie man Digitalisierung nützlich einsetzen kann – und wo nicht, für Klienten und für die eigene Arbeit.

Weiter zum Interview.

7 Tipps für den Digitalen Wandel

Auszug aus einem Interview beim Confare-Blog 

  • Den Suchprozess über Märkte, Kunden und Technologien organisieren. Auch hier mit z.B. OKR (Objectivs, Keyresults) monitoren.
  • Die eigenen Herausforderungen festlegen und begeistert die passenden Möglichkeiten der Technologien kommunizieren und nutzen.
  • Sich nicht von Buzzwords und Gurus irritieren lassen. Das nehmen, was nützlich ist und den eigenen Bedarf nutzt. Misstrauen Sie grundsätzlich Menschen mit Zertifikaten oder nur einer Methode. Wissen entsteht nur durch eigene Erfahrung.
  • Vergiss deine Kunden nicht, vergiss deine Mitarbeiter nicht. Nimm beide bei den Vorhaben mit. Trau ihnen etwas zu!
  • Im gesunden Menschenverstand bleiben, nichts ohne klaren Business Case zu beginnen. Follow the money!
  • Keine Einzelmaßnahmen setzen, alles bleibt verbunden.
  • Verstehe und lebe Unternehmensentwicklung und Digitalisierung als Teil des schöpferischen Impulses.
  • (Auch wenn Du an nichts glaubst, den Urknall und seine Folgen gab es ja doch). Evolution ist immer Differenzierung und Integration der Veränderung gleichzeitig. Manchmal macht sie Irrwege.

Zum gesamten Interview