Projekte sind anders – oder?

Manche wissen noch nicht genau wie, und nennen das schon Projekt.  Oder wenn man es nicht alleine hinkriegen wird, dann ist es jedenfalls auch schon ein Projekt.

Dann gibt noch die vielen PM-Zertifizierten unterschiedlichen Levels. Die sprechen die Sprache der Experten für die Atomisierung grosser Aufgabe in Pakete, machen Umwelt- und Risikoanalysen. Dann geht’s los mit WBS, Gantt und kritischen Pfaden. Das sich aber auch die Experten für mehr Methodenvielfalt einsetzen, zeigt der Beitrag „Schluss mit den Schattenkämpfen! Mehr Pluralität im Projektmanagement“.

Oft ist das die eigentliche Funktion von Projekten im Unternehmen:

Etwas ausserhalb der Linien zu machen, weil sonst wenig weitergeht. Und so verhält sich das Unternehmen wie beim Ralleyfahren: Bremsen, ein wenig einlenken und gleichzeitig mit dem anderen Fuss kräftig Gas geben. Im Rennen der Unternehmens-Entwicklung schleudert es sich so am raschesten um die Kurven.

Projekt-Mitspieler sind immer Vertreter von Organisationen. Dort haben sie wichtige Rollen: die Leistung ihrer Linienfunktion sicherstellen, Bewahrer des Ist-Zustandes, Zauderer bei Risken für die Organisation, Change-Agent, Anwalt für den End-Kunden, Seher der Zukunft, Vertreter der Betroffenen.
Im Projekt wird‘s daher leicht turbulent. Auf die Soziale Kompetenz setzen? Notwendig, aber nicht hinreichend. Projekte verfolgen meist Ziele, welche die Standard-Organisation nicht aus sich heraus bewältigen kann. Noch mehr: Projekte sind ein wirksames Tool für wesentliche Änderungen und Fortschritt. Konfikte im Projekt sind dann of Abbild der Konflikte in der Organisation.

Die Organisation versucht das Projekt so zu steuern, damit nicht zu viel von der bewährten Struktur aufgeweicht wird. Das Projekt muss sich durch die Organisation steuern, um überhaupt Erfolg zu haben.

In dieser Aporie zwischen zentral/dezentral, hierarchisch/autonom, beharrend/verändern, effizient/wirksam, stabil/richtungsweisend irren die Mitspieler herum. Emotion und Konflikte sind dafür ein klarer Indikator. Verlassen Sie sich darauf.

Ein Projekt ist eine virtuelle Organisation, welche die Organisation quasi auf Knopfdruck abruft, um diese Widersprüche zu bearbeiten. Schön nachzulesen im Buch „Oszillodox“.  Beliebt, wenn Änderungen probiert oder erwartet werden.

Das nächste Projekt wird deshalb wie immer: Ganz anders.

 

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