Wie geht richtig fragen? 

Einen schwierigen Fall erheben, Checklisten abarbeiten, Umfeldanalysen. Das können wir recht gut. Wir arbeiten systematisch Punkt für Punkt. Wenn wir Neuland betreten oder selbst involviert sind, dann fehlt uns oft der Plan. Dann braucht es jemanden, der so richtig fragt. Richtig gefragt kommen wir von selbst auf die richtige Spur.

1.  Offen gefragt ergibt offen gesagt

Offene Frage haben offene Ergebnisse. Sie liefern möglicherweise sehr viel Information, die weitere Fragen aufwerfen. Wie? Womit? Wozu? Was soll der Kunde erleben? Wie sieht der Onkel das Problem? .Woran würden wir konkret merken, dass das Problem gelöst ist? Man nennt das gerne „systemisch“, weil ein Blick von aussen auf ein System geworfen wird. Es ist auch immer so, dass die Frage den Frager zu neuen Erkenntnissen führt. Oft beeinflußen bereits die Fragen das Verhalten von Personen und sogar Organisationen, Wer Umfragen in Organisationen macht, weckt Erwartungen. Wer den Falschen frägt, kreiert Kaffee-Küchen-Tratsch..

Quelle: Literatur zum Systemischen Coaching

2. Neun mal „Warum ?“

Das ist ganz einfach und führt immer zum Umfeld, zu Randbedingen, die nicht bekannt sind, oder auch zu den ureigensten Motivationen von Personen und Teams. Man geht an die Wurzel seiner Motivation. Das klappt in 2er Interviews hervorragend. Sind mehr Personen im Spiel, dann tauscht man die wichtigsten Erkenntnisse aus, zuerst zu zweit, dann in der Gruppe. Wichtig ist, dass die Atmosphäre vertrauen ermöglicht und das jeder zu Wort kommt. Das Ergebniss wird verdichet und dient als Einstimmung oder als Input für den nächsten Schritt. Eine nächste Runde kann 9 mal eine Wie-Frage sein,

Quelle: Coaching Literatur, Liberating Structures

3. Wicked Questions 1

Das geht so: jemand kommt mit einem unklaren Thema, vielleicht sogar mit einem Problem.Der Fall wird mit einem Satz vorgestellt. 4 Personen unterstützen den Fallbringer mit Fragensalven., Es wird nie geantwortet, sondern das Thema in immer weiteren Fragen umrissen. 2 Personen stellen die Fragen, auch der Fallbringer bringt Fragen ein,  Die zwei aufmerksamen Zuhörer können die Frager gelegentlich ablösen. Nach 15 – 20 min gibt es einen neuen Fall. So kann man in einer guten Stunde in komplexe Themen eintauchen. Die wesentlichen Fragen werden zur Weiterarbeit gesammelt.

Quelle: Michael Altmann bzw, Art of Hosting and Harvesting

4. Wicked Questions 2

Weiter geht es mit verzwickten Fragen. Komplexe Problem zeichnen sich dadurch aus, dass es widersprüchliche Anforderungen gibt. Es klingt oft paradox: Man möchte lokal handeln, aber zentral Kontrolle haben. Man will Kunden individuell behandeln, aber grosse Stückzahlen produzieren. Im Urlaub das Ruhebedürfniss und die Lust zu trampen vereinen. In Brainstorming werden diese Widersprüche gesammelt. In mehren Runden spezifiziert man die Widersprüche weiter. Zum Schluß nimmt die heraus, die die Sache an der Wurzel schwierig machen, mit denen man dann arbeiten will. Der Prozess ist lustvoll und es gibt oft Genies, die besonders gut sind, wirklich vertrackte Paradoxien zu finden und auf die Spitze zu treiben.

Quelle: Liberating structures

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